Die Post und das EPD

By | 3rd Februar 2024

Eine lange Geschichte hat es hinter sich, das elektronische Patienten-Dossier. Und Vorreiter ist diesmal «Die Post» bzw. «Die Post Sanela Health AG» (ehm. Axsana) mit der Verbindung über die Swiss-ID, ebenfalls ein Produkt der Post und SwissSign AG.

Für Praxen die nach 2022 eröffnet werden ist das EPD Pflicht?

Beide Basel, Bern, Nidwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn Zug und Zürich, sind angeschlossen, was rund 60% der Schweizer Bevölkerung ausmacht. Weiter Kantone sind in den Startlöchern, kann man lesen.

Das Projekt ermöglicht es allen Bürgerinnen und Bürgern, online ein eigenes elektronisches Patientendossier (E-Dossier) zu eröffnen. Die Anmeldung erfolgt sicher und einfach über die Swiss-ID. Nach erfolgreicher Registrierung haben Sie jederzeit und überall Zugriff auf Ihre Gesundheitsdaten.

Das E-Dossier bietet Ihnen viele Vorteile:

  • Sie haben alle Ihre Gesundheitsdaten an einem Ort gebündelt.
  • Sie können Ihre Daten selbst verwalten und kontrollieren.
  • Sie können Ihre Daten mit Ärzten, Spitälern und anderen Gesundheitsfachpersonen teilen.
  • Sie können Ihre Daten für die Forschung zur Verfügung stellen.

Die Startseite suggeriert dem interessierten Bürger und der interessierten Bürgerin, dass man in 3 Schritten zu seinem eigenen, persönlichen Patientendossier kommt. Man erstellt eine digitale Identität, mit dieser kann man die «Sanela» beauftragen ein persönliches EPD zu eröffnen. Daraufhin erhält man eine E-Mail mit einem «Einmal-Login» und fertig ist der Zugang für die neue E-Welt.

Wirklich so einfach? Nein! 18 muss man sein, ein Smartphon mit Oreo und NFC Funktion oder ein iPhone mit iOS 13 und höher haben, ein biometrischer Reisepass oder eine ID die man dann scannen soll, ein Selfie von sich selber und die Swiss-ID App muss vorhanden sein, dazu noch 20 bis 30 Minuten Zeit. Dann stehe einem der digitale EPD-Self-Onboarding-Service, kostenlos zur Verfügung. Steht da und ich schätze, schon werden 20% der Interessierten abspringen.

Unrodnung

Mit der Verknüpfung zu SWISS-ID (hier muss man dann noch den Signaturservice aktivieren), die Identität verifizieren und dann, jawohl dann hat man irgendetwas im Himmel eröffnet, dass man mit dem Gesundheitswesen teilen kann. Gesichert ist, so steht es, dass nur bewilligte Personen Einsicht in die Daten erhalten werden.

Anscheinend ist es aber nicht so einfach sein EPD zu erhalten. Berichte in Zeitungen und auch dem Beobachter, zeigen auf, dass man verzweifeln kann, wenn irgend eines der zahllosen Rädchen nicht funktioniert. Andere berichten, dass es fast 1 Stunde gedauert hat, aber nun reibungslos funktioniere, während andere wieder beschreiben, dass dem eben nicht so ist.

Leider konnte sich auch erst eine kleine Gruppe von Praxen dazu bewegen, das EPD überhaupt zu benutzen, auch die Bürger und Bürgerinnen wollen sich nur zögerlich dem bisher 100 Millionen Franken verschlingendem «Nimmersatt» anschliessen. Dann kommen Berichte das ganze EPD sei ein PDF-Friedhof, ohne Möglichkeit etwas zu suchen oder in «Zusammenhang» zu bringen.

Und da gibt es noch die FMH, die lieber ihr eigenes System AD Swiss an den Mann und die Frau bringen wollen oder wollten. Da die letzten News auf dieser Seite aber vom 23.10.23 sind, lässt sich Fragen..»was ist los». Hier findet man auch etwas die Zusammenhänge..

Ich fände es schön, es gäbe eine einfache, sichere Lösung, wo ich MEINE Daten ablegen kann und sie den von mir gewünschten Stellen/Praxen etc. zur Verfügung stellen kann. Mein Arzt soll die Möglichkeit haben seine Daten über mich ebenso hochzuladen wie das Spital oder die APOTHEKE.

Wir schreiben das Jahr 2024 und finden eine Lösung die, wenn man alles betrachtet, aus dem Jahre 2010 stammen könnte. – Schade – Wollen Sie ganz durcheinander geraten, lesen sie diesen Blog oder sie schauen sich die unzähligen Videos der ehealthsuisse auf youtube an.