Warum via MediData/MediPort

By | 1st August 2016

Einige Praxen erfragen, warum auch Rechnungen ab dem 1.7.2016 via MediData gesendet werden müssen/sollten, obwohl die Kasse TP nicht unterstützt?

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Werden die Rechnungen via MediData gesandt und die Kasse ist an MediPort angeschlossen, sind die eingereichten Daten von den Kassen elektronisch abzurufen. Auch dann, wenn die Rechnung an den Patienten im TG gesandt wird.

MediData/MediPort druckt bei solchen Rechnungen an den Patienten einen R-CODE auf die Rechnung und den Rückerstattungsbeleg. Dieser Code erlaubt den Kassen die Daten auch dann abzurufen, wenn die Rechnung an den Patienten gelangt ist. Der Patient selber kann mit bestimmten Apps ebenfalls diesen Code Scannen und an die Versicherung senden, ohne die Rechnung selber einzusenden.

Die Kassen haben so weniger Arbeit beim einlesen der Daten.

Nachteil:

Die Kassen erhalten so die totale Kontrolle der eingereichten Rechnungen, meinen viele Ärzte.  Die ist nur die halbe Wahrheit. Sendet ein Patient seine Rechnung nicht an die Kasse weiter, kann diese die Daten auch nicht abrufen.  Zumindest ist dies der Stand per 1.8.2016. MediData stellt die Daten lediglich zur Verfügung, zum abrufen der selben muss die Kasse den R-Code benutzen. Diesen besitzt sie nur, wenn der Patient die Rechnung einreicht.

Kassen die TP unterstützen aber nicht an MediPort angeschlossen sind, erhalten die Rechnung auf Papier. Dies verursacht Kosten, im Augenblick sind dies 1.20 inkl. Porto und Druck. Der selbe Preis gilt beim TG verfahren, wo die Rechnung an den Patient gelangt.

Vorteil:

Das versenden der Rechnungen verursacht keine Kosten, bei Kassen die im TP abrechnen und an MediData/MediPort angeschlossen sind.  Das Inkasso entfällt fast zu 100%. Lediglich falsch erstellte Rechnungen oder Rechnung von Patienten die ihre Prämie nicht mehr bezahlen, verursachen noch ein Nachbearbeiten.

Legende:

  • TP = TiersPayant. Rechnung geht direkt an die Kasse
  • TG = TierGarant. Rechnung geht an den Patienten
  • MediData. Die für die Chiropraxis via ChiroSuisse in den Verträgen als Partner eingebundene „elektronische Übermittlungsstelle“
  • MediPort: Die Schnittstelle bei MediData die die Daten den Kassen oder dem DruckCenter zur Verfügung stellt.
  • Elektronisch abrechnen. Die Verträge der ChiroSuisse sehen bei den Kassen der HSK und seit 1.7.2016 den Kassen der TarifSuisse das elektronische Abrechnen vor.
  • Die CSS/Intras/Sanagate/Arcosana sind bei den Verträgen mit der ChiroSuisse ausgeschlossen.
  • Das Grundgesetz sieht vor, das sich eine Bürger dem elektronischen versenden seiner Gesundheitsdaten wiedersetzen kann. Das Grundgesetz steht über allem und kann auch nicht mit allgemeinen Bedingungen in einem Vertrag, ausbedungen werden. Stand 1.8.2016
  • CuraFutura ist eine Verbindung von Kassen die bei der TarifSuisse ausgetreten sind. Die CuraFutura besteht aus den Kassen der CSS / Helsana / Sanitas und KPT sowie ihren angeschlossen Kassen.
  • SanteSuisse/TarifSuisse. Hier waren bis vor wenigen Jahren alle Kassen zusammengeschlossen die nach der TarifSuisse die Rechnungen aus medizinischen Leistungen vergüten. Dazu wurden Tarifverträge erstellt die auch für den Chiropraktor und die Chiropraktorin seine Gültigkeit hatten, wenn sie der ChiroSuisse angeschlossen waren.  Es sind dies die Tarife 324 und 424. Einige Kassen sind in den letzten Jahren bei der TarifSuisse ausgestiegen und haben sich neu unter CuraFutura zusammengeschlossen. Mit dem Austritt aus der TarifSuisse wurden auch die Verträge mit der ChiroSuisse „ungültig“. Die TaskForce der ChiroSuisse hat so in den letzten Jahren neue Verträge nicht nur mit der TarifSuisse sondern auch mit den beteiligten Kassen unter der CuraFutura,  (hier vor allem mit der Einkaufsgemeinschaft HSK), ausgearbeitet.

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